Eine Sportschützin visiert das Ziel mit ihrem Gewehr an
Aktuelles
September 6, 2026
Margrit Kunde

Feierstunde und Ehrungen auf dem Landesschützentag

„Nach dem Fahneneinmarsch und der Totenehrung begrüßte Präsident Lars Rothfuß anlässlich des 73. Ordentlichen Landesschützentages die Gäste sowie die Jungschützen, Schützinnen und Schützen zur Feierstunde im Hotel Maritim in Travemünde.
Der Einladung waren unter anderem Kirsten Bruhn (Vorstandsmitglied Inklusion des LSV), Dieter Vielbeck (DSB-Vizepräsident Bildung), der DSB-Vizepräsident Finanzen und Präsident des Landesschützenverbandes Mecklenburg-Vorpommern Gerd Hamm, der Präsident des Nordwestdeutschen Schützenbundes Alfred Siemer, der Ehrenpräsident des NDSB Günther Kaste sowie die Ehrenmitglieder Lore Bausch, Uwe Gluschitz, Niko Schwiemann und Markus Lais gefolgt.“
Kirsten Bruhn, Vorstandsmitglied für Inklusion beim Landessportverband Schleswig-Holstein (LSV) und eine der erfolgreichsten Para-Schwimmerinnen der Welt, sprach ihre volle Anerkennung für die geleistete Arbeit aus. Sie bedankte sich bei den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern für ihren unermüdlichen Einsatz, durch den unter anderem die Ausrichtung der Deutschen Meisterschaften im Feldbogen in Kellinghusen ermöglicht wurde. „Das ist keine Selbstverständlichkeit, aber es ist das Fundament unserer erfolgreichen Arbeit“, betonte sie.
Neben den sportlichen Herausforderungen gibt es viele weitere Aufgaben, wie etwa Satzungsänderungen, der Aufbau einer neuen Homepage sowie die laufende Instandhaltung des Landesleistungszentrums in Kellinghusen. Die Anforderungen wachsen zwar stetig, doch der Einsatz lohnt sich, damit der Schießsport in unserem Land auch in Zukunft in seiner ganzen Vielfalt sichtbar und lebendig bleibt.
Sie freue sich sehr, dass mit Tajrk Wolfgang Buchwald ein dritter Schütze des Landesverbandes den Sprung in den Bundeskader und damit in das Team Schleswig-Holstein geschafft hat. Seine Qualifikation zeige, dass er auf einem guten Weg sei – vielleicht sogar mit Blick auf die Olympischen Spiele. Der Landessportverband unterstütze aktiv die Bemühungen, dieses bedeutendste Multisportevent nach Deutschland zu holen. Eine Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Spiele biete die große Chance, Schleswig-Holstein als Sportstandort weiter zu stärken. Dies gelte nicht nur für den olympischen und paralympischen Spitzensport, sondern auch für alle anderen Sportarten und die breite Vereinsarbeit.
Der LSV setzt sich weiterhin entschlossen für den Schützenbund ein, insbesondere bei der Umsetzung der Sportentwicklungsplanung und der Verbesserung der Situation von Sportstätten, insbesondere barrierefreien Sportstätten für Paraschützen, um das Sportland Schleswig-Holstein zukunftsfähig zu halten.
DSB-Vizepräsident Bildung Dieter Vielbeck betonte: „Das Jahr 2026 markiert einen bedeutenden Meilenstein für den Deutschen Schützenbund“. Der Verband feiere das 75-jährige Bestehen seit der Wiedergründung im Jahr 1951, begleitet von zahlreichen Veranstaltungen und einem digitalen Rückblick auf der DSB-Webseite.
Der DSB verzeichnet das vierte Wachstumsjahr in Folge. Die Mitgliederzahl stieg um 7.482 auf insgesamt 1.357.240 Schützinnen und Schützen. Besonders erfreulich ist die Dynamik bei den unter 21-Jährigen, deren Zahl um 2,78 % gestiegen ist. Die Anzahl der Vereine ist leicht um 99 auf 13.502 gesunken. Dieser Trend spiegelt den anhaltenden Strukturwandel wider, bei dem sich die Schützen zunehmend in größeren und fusionierten Einheiten organisieren.
„Der Deutsche Schützenbund und seine Landesverbände nehmen die zunehmende Radikalisierung mit großer Sorge wahr. „Um unsere Vereine vor Ort bei der Prävention und im Umgang mit extremistischen Tendenzen bestmöglich zu unterstützen, haben wir eine Kontaktliste für den Ernstfall erarbeitet“, so Dieter Vielbeck. Ergänzend dazu bietet der DSB ein eigens entwickeltes Kartenspiel an, das spielerisch zum Austausch über demokratische Werte anregt und direkt beim DSB bezogen werden kann.
Das diesjährige Treffen der Öffentlichkeitsarbeiter widmete sich den Schwerpunkten „Künstliche Intelligenz“ (Chancen/Risiken) und einer möglichen Olympia-Bewerbung Deutschlands.
Die Berichterstattung des DSB konzentriert sich auf internationale Ereignisse wie die Junioren-WM in Suhl. Die Präsenz auf Social Media (Facebook, Instagram, TikTok) wächst kontinuierlich. Der beliebte monatliche Podcast „Volltreffer“ wird fortgesetzt.
Wir suchen weiterhin Ehrenamtliche für die Auszeichnung „Stiller Star“. Es gibt bestimmt noch viele Schützinnen und Schützen, die eine solche Auszeichnung verdient hätten, so Dieter Vielbeck.
Die Evaluation des Waffenrechts durch das Bundesinnenministerium (BMI) verzögert sich aufgrund der Fülle an Stellungnahmen bis in den Sommer 2026. Der DSB setzt sich hierbei weiterhin vehement für die Interessen seiner Mitglieder ein.
Es ist äußerst positiv, dass die Kugelmunition aus dem aktuellen Entwurf der EU-Kommission zur Bleibeschränkung vollständig entfernt wurde. Bei der Schrotmunition für Flintenstände bestehen jedoch weiterhin restriktive Herausforderungen, bei denen wir als Verband auf Nachbesserungen drängen.
Die Junioren-WM in Suhl (16. bis 26. Juni) und der Weltcup in München (24. bis 31. Mai) stellen im sportlichen Bereich in diesem Jahr die Höhepunkte dar. In Doha bei der Weltmeisterschaft werden die ersten Quotenplätze für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles vergeben.
„Wir arbeiten gemeinsam mit den Landesverbänden an einer neuen, vereinheitlichten Sport-Software, deren Ergebnisse ab April 2026 präsentiert werden sollen“, so der Vizepräsident.
Die Bildung ist für unseren Verband und seine Landesverbänden von zentraler Bedeutung, denn sie eröffnet wichtige Chancen – nicht nur im Sport, sondern auch im Berufsleben. Für 2026 sind 16 Maßnahmen für lizenzierte Trainer sowie 55 Breitensportlehrgänge am Bundesstützpunkt Wiesbaden geplant.
Für die Landesverbände sprach Gerd Hamm, DSB-Vizepräsident und Präsident des Landesschützenverbandes Mecklenburg-Vorpommern, sein Grußwort. Wir leben davon, dass wir Informationen austauschen und gemeinsam schauen, wie wir die Herausforderungen der Gegenwart meistern. Wir sind nicht nur eine enge Gemeinschaft – wichtig ist vor allem, dass wir diese Gemeinschaft auch nach außen darstellen. Das gilt beispielsweise gegenüber der Politik beim Thema Waffenrecht, das uns seit Jahren begleitet. Wir wären heute nicht so weit, wenn wir nicht so geschlossen auftreten würden. „Dafür brauchen wir starke Landesverbände und einen starken DSB, der diese Interessen nach außen vertritt‘, betonte Gerd Hamm.
Anschließend lud er zum 65. Deutschen Schützentag nach Schwerin ein. Er würde sich freuen, wenn zahlreiche Vereine kämen und am großen Schützenausmarsch durch die Schweriner Innenstadt teilnähmen. Schwerin ist eine wunderschöne Stadt; das Schloss als Weltkulturerbe sowie die Altstadt muss man einfach gesehen haben. Lasst uns gemeinsam das Schützenwesen feiern und nach außen tragen!“
Nach den Grußworten erfolgten Ehrungen für Sportler und Funktionäre.
Bei den Sportlern wurden für ihre Erfolge bei den verschiedenen Deutschen Meisterschaften folgende Schützen geehrt: Maximilian Bülow, Markus Möhring, Jessica Drews, Fabian Niklas Horn, Stefan Dost, Daniel Baggendorf, Ute Krause und Manfred Treller geehrt. Sie alle erhielten eine silberne bzw. goldene Sportlernadel und einen Gutschein überreicht.
Folgende ehrenamtliche Funktionäre wurden geehrt:
Norddeutscher Schützenbund: Bernd Rose und Matthias Traibtzsch (Verdientskreuz Bronze), Jörg Becker, Thomas Koll, Stephan Vogt und Andreas Kuhlemann (Verdientskreuz Silber).
Deutscher Schützenbund: Telse Kühl, Ralf Riebes, Marlies Knauer, Karl-Heinz Teetzen, Wolfgang Göbel (Ehrenkreuz Bronze).
Markus Möhring, Bogenreferent im Kreisschützenverband Stormarn und selbst erfolgreicher Schütze, setzt sich nachdrücklich für die Anerkennung der Blankbogen-Disziplin „Target“ ein.
Anlass dafür war das Grußwort des DSB-Vizepräsidenten, in dem dieser den Armbrustsport thematisierte und betonte, dass der DSB die Etablierung einer Europameisterschaft in dieser Sparte sehr begrüßen würde. Möhring nahm dies zum Anlass, nachzuhaken: „Und was ist mit Blankbogen Target?“ Während internationale Titelkämpfe – also Europa- und Weltmeisterschaften – in den Disziplinen „3D“ und „Feld“ längst etabliert seien, fehle ein solches Angebot für die Disziplin „Target“ komplett. „Mein Wunsch ist es, dass auch die Blankbogen-Disziplin ‚Target‘ endlich die internationale Anerkennung erhält, die sie verdient“, so Möhring.

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