Eine Sportschützin visiert das Ziel mit ihrem Gewehr an
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September 6, 2026
Margrit Kunde

Hospitation von Para-Kampfrichtern

Teil 10 der DSB-SpO doch umfänglicher als gedacht

Nachdem Anfang Mai bereits die eintägige Para-Kampfrichter-Aus- und Fortbildung erfolgreich absolviert worden war, galt es jetzt für vier Kursteilnehmer, während der Landesmeisterschaft (LM) zu hospitieren. Aufgrund von vollen Terminkalendern und einer nur geringen Anzahl an aktiven Para-Sportschützen im NDSB mit umfänglichen Einträgen im DSB-Hilfsmittelnachweis blieb den Ausbildern nur Plan B.
Babara (Bibi) Kathe, Referentin der Para-Kampfrichter-Aus- und Fortbildung, selbst aktive SH2-Para-Schützin sowie DSB-Bundesreferentin Para-Sport, stellte sich als Hospitationsobjekt zur Verfügung. Der Hilfsmittelnachweis von Bibi ist mit Eintragungen gut gefüllt und bot den Hospitanten viel Raum für Überprüfungen. Die Frage für Bibi war: „Wie gut habe ich referiert und wie gut können die Hospitanten das Erlernte im aktiven Para-Wettkampfgeschehen anwenden und umsetzen?“
Bibi hatte bewusst ihre Ausrüstung manipuliert und einige Regelverstöße eingebaut. Offensichtliche, aber auch versteckte Fehler, die Bibi ins simulierte Wettkampfgeschehen einbaute, galt es für die Hospitanten zu erkennen. Im Rahmen der Hospitation stellte Bibi die Teilnehmer vor Herausforderungen – nicht nur im SH2-Liegend- und SH2-Stehend-Anschlag, sondern es wurden auch die möglichen Regelverstöße der SH1/AB1- und SH3/AB3-Para-Sportler präsentiert und besprochen.
Bibis Rat aus dem Para-Kampfrichterkurs, „immer Zollstock und Maßband dabei zu haben“, hatten einige Hospitanten beherzigt. Mit dem Zollstock wurde der 10-cm-Auflagebereich für den Federbock nachgemessen, welcher dann aufgrund von Bibis Manipulation tatsächlich irreguläre 13 cm betrug. Auch die Rückenmarkierung für den Freiraum über der Rückenlehne – bei Para-Sportlern mit eingetragener Rückenlehne im Hilfsmittelnachweis ein Muss – hatte Bibi entfernt, damit die Hospitanten die fehlende Markierung bemerken und ausmessen mussten.
Um die häufig vorkommenden Regelverstöße beim Schießen von SH2/AB2-Para-Sportlern mit Federbock zu präsentieren, musste sich Bibi mächtig konzentrieren. Dazu sagte sie: „Wenn man weiß, wie es richtig geht, ist es schwer, bewusst das Deshouldering beim SH2/AB2-Stehendanschlag wegzulassen, den Federbock zu ziehen oder zu schieben und die nicht abziehende Hand bewusst irgendwo abzulegen, wo sie nicht sein darf.“
Am Ende der Hospitation wurde deutlich, dass das Para-Sportschießen nach Teil 10 der DSB-SpO kein Buch mit sieben Siegeln ist, aber trotzdem ein umfängliches Fachwissen und vor allen Dingen viel Erfahrung sowie ein gutes und geschultes Auge von den Para-Kampfrichtern erfordert.
Bibi wies die Hospitanten im Abschlussgespräch noch darauf hin, dass Regelverstöße auch im Para-Schießsport zu ahnden sind, um faire und chancengleiche Wettbewerbe zu gewährleisten: „Bitte nicht aus falschem Mitgefühl oder Angst vor einem Shitstorm im Internet weggucken. Auch im Para-Schießsport gilt Fair Play, und wer schummelt und sich erwischen lässt, muss mit den Konsequenzen leben.“

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