Eine Sportschützin visiert das Ziel mit ihrem Gewehr an
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September 6, 2026
Margrit Kunde

Feldbogen-Landesmeisterschaften in Kiel

Die diesjährigen Landesmeisterschaften fanden, übrigens schon zum dritten Mal, auf dem Gelände der Brunswiker SchG in Kiel statt. An den Meisterschaften nahmen auch die Landesschützenverbände aus Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg teil.
Die äußeren Bedingungen machten es den Schützen nicht leicht. Nach sintflutartigen Regenfällen in der Nacht verwandelte sich der ohnehin anspruchsvolle, etwa 1 bis 1,2 Kilometer lange Parcours über Stock, Stein, Äste und steile Hänge in eine rutschige und matschige Angelegenheit. Tagsüber schlug das Wetter um und eine enorme Hitze sorgte für zusätzliche Strapazen. Dass die Veranstaltung dennoch reibungslos über die Bühne ging, war dem unermüdlichen Einsatz von Hauptorganisator Michael Lehmann und seinem kleinen, aber eingespielten Team von gerade einmal 8 bis 10 Helfern zu verdanken. Sie kümmerten sich nicht nur um das Catering und den Scheibenwechsel, sondern sorgten mit vier aufgebauten Getränkestationen und zwei Pavillons im Feld auch für den nötigen Schutz der Schützen.
Präsident Lars Rothfuß betonte, dass er eine Feldbogenmeisterschaft in dieser Form noch nie live gesehen oder mitsamt den Abläufen miterlebt habe, das Ganze jedoch außerordentlich interessant sei. Um sich ein eigenes Bild zu machen, lief der Präsident auch einen Teil der anspruchsvollen Strecke ab. Er wünschte allen Bogenschützen viel Erfolg und alle Pfeile ins Gold.
Im Parcours herrschten strikte Regeln: Die Schützen traten immer als Zweier-Paar gemeinsam an einem Pflock an. Sobald der erste Schütze den Pflock betrat, lief das Zeitfenster von 3 Minuten, in dem die Pfeile geschossen werden mussten. Auch die Sicherheitsregeln griffen konsequent: Das Aufziehen des Bogens oberhalb der Scheibe war streng verboten – der Pfeil musste immer unten aufgezogen werden, insbesondere bei Schüssen bergab. Ging ein Pfeil daneben, durften maximal drei Schützen auf die Suche gehen, während aus Sicherheitsgründen immer ein Schütze als Posten vor der Scheibe verharren musste. Ebenso strikt war das Handyverbot: Das Fotografieren der Scheiben während des Wettkampfs war untersagt und hätte zur sofortigen Disqualifikation geführt.
Sportlich absolvierten die Teilnehmer ein straffes Programm der Feldrunde mit insgesamt 72 Wertungspfeilen. Zuerst ging es in die „unbekannte Runde“, in der die Entfernungen zu den 12 Scheiben von den Schützen geschätzt werden mussten (3 Pfeile pro Scheibe). Danach folgte die „bekannte Runde“ über weitere 12 Scheiben mit Entfernungsangaben.
Während Recurve- und Blankbögen mit moderaten 30 bis 40 Pfund (lbs) Zuggewicht geschossen werden, bringen es die Compound-Bögen auf stattliche 60 Pfund. Durch diese enorme Dynamik und Energie treffen die Pfeile mit einer enormen Wucht auf. Die Folge: Das Scheibenmaterial im Zentrum wurde regelrecht zerlöchert. Daher musste das Helferteam das Gelände um die Ziele austauschen, um einen fairen Wettkampf zu garantieren.
Das beste Compound-Ergebnis aller Klassen sicherte sich Astrid Leuchner (Brunswiker Schützengilde) mit sehr guten 389 Ringen. Markus Möhring (SchV Bargteheide), ein sehr erfolgreicher Blankbogenschütze, feierte eine Premiere bei der Meisterschaft, denn statt mit dem Blankbogen trat er mit dem Compoundbogen an. „Man muss ja auch mal was Neues ausprobieren, die ganze Technik und so weiter.“
In der Recurve-Herrenklasse gab es den erwarteten Favoritensieg. Weltklasse-Bogenschütze Florian Unruh (SSC Fockbek) holte sich souverän den Landestitel und erzielte das höchste Recurve-Ergebnis des Tages, auch wenn er selbst mit seiner Ringzahl nicht ganz zufrieden war.
Auch die Jugendlichen vom Schüler bis zum Junior meisterten den Parcours sehr gut. Allen voran die Jugend des SV Rethwisch dominierte die Schülerklasse: Sie kehrten mit 4 Einzel-Landemeistertiteln nach Hause zurück.
Nach einem anstrengenden, aber tollen Wettkampftag zogen die drei Landesverbände ein rundum positives Fazit. Ein großer Dank gilt der Brunswiker Schützengilde und allen ehrenamtlichen Helfern, die diese Meisterschaft trotz Schlamm und Hitze zu einem echten Erfolg gemacht haben.

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