
Wer glaubt, das Leben als Kampfrichter und Standaufsicht sei eintönig, der kennt die Truppe vom Großkaliberstand nicht. Den ganzen Tag Standaufsicht zu machen verlangt nicht nur Konzentration, sondern manchmal auch eine gehörige Portion Einfallsreichtum – besonders, wenn man Kampfrichterin Birgit Bruhn an seiner Seite hat.
Birgit ist eine treue Seele auf dem Stand, bringt jedoch eine anatomische Besonderheit mit: Sie ist recht klein gewachsen. Als es wieder einmal ans Abkleben der Scheiben ging, richtete Birgit einen fast schon flehentlichen Appell an die Schützen:
„Leute, bitte trefft heute doch einfach nur das Schwarze! Ins Weiße braucht ihr gar nicht erst schießen – da komme ich zum Abkleben einfach nicht ran!“
Also musste eine Lösung gefunden werden! Sofort rauchten die Köpfe und die Vorschläge flogen nur so durch den Schießstand. Um Birgit auf die nötige Arbeitshöhe für die Fehlschüsse im Weißen zu bringen, wurden keine Kosten und Mühen gescheut – zumindest theoretisch:
Der erste Vorschlag war Eine fahrbare Hebebühne für den Stand anzuschaffen. Damit könnte Birgit elegant und stufenlos zu jedem Ausreißer hochfahren.
Andere plädierten für einen soliden Laufklotz zum Draufstellen, um die fehlenden Zentimeter auszugleichen.
Ein ganz besonders findiger Kopf wollte das Problem lieber an der Wurzel packen. Wenn ein Schuss schon ins Weiße geht, sollte das zumindest ordentlich quittiert werden. Die Idee: Ein akustisches Signal für Fehlschüsse. Da das aktuelle Geräusch aber noch zu wünschen übrig lässt, forderte die Runde kurzerhand ein völlig neues Glockenspiel für die Trefferrückmeldung. Wenn schon daneben, dann wenigstens mit Melodie!
Ob Birgit nun bald mit der Hebebühne durch den Stand fährt oder die Schützen aus Angst vor dem neuen Glockenspiel plötzlich alle nur noch Zehner schießen, bleibt abzuwarten. Eines ist jedenfalls sicher: Langweilig wird es auf diesem Schießstand so schnell nicht!