
Zwei Tage lang stand Kellinghusen ganz im Zeichen des Bogensports. Bei der Deutschen Meisterschaft im Feldbogen kämpften 226 Schützinnen und Schützen aus 15 Landesverbänden um die begehrten Titel und Medaillen.
Jedes Ziel im anspruchsvollen Parcours war durchgehend von 1 bis 24 nummeriert. Sämtliche Teilnehmenden absolvierten ihren Wettkampf – 24 Scheiben mit Entfernungen von 5 bis zu 60 Metern – an jeweils einem Wettkampftag. Während sich in den Herren- und Damenklassen der Recurve- und Compound-Disziplinen viele Favoriten durchsetzten, überraschte der Nachwuchs mit komplett neuen Podestbesetzungen. Zudem gab es in allen Blankbogen-Klassen neue Titelträger.
In der Recurve-Herrenklasse wurde Olympiamedaillengewinner Florian Unruh (SSC Fockbek) seiner Favoritenrolle vollkommen gerecht. Mit starken 378 Ringen sicherte er sich den Titel des Deutschen Meisters. Titelverteidiger Jakob Herz (BCS Reuth) folgte mit 372 Ringen auf dem Silberrang, während Bronze an Sebastian Kutheius (SuSC Müllenborn / 362 Ringe) ging.
Bei den Recurve-Damen verteidigte Svenja Herrmann (ASC Göttingen) mit 338 Ringen erfolgreich ihren Titel. Dahinter tauschten die Medaillengewinnerinnen des Vorjahres die Plätze. Daniela Klesmann (SGes Bempflingen) erkämpfte sich mit 336 Ringen Silber, Bianca Speicher (Burgschützen Büschfeld) sicherte sich mit 334 Ringen Bronze.
In der Masterklasse gelang Guido Höfer (MBC München) nach dem Vizetitel im Vorjahr der Sprung an die Spitze. Mit 353 Ringen holte er sich Gold vor Dieter Reithmeier (TSV Natternberg / 335 Ringe) und Malte Lewerenz (BSFD Schallbach / 318 Ringe).
Luna Winkelmann (BSC Wendisch Evern) triumphierte in der Schülerklasse mit 335 Ringen vor Paula Hander (SV Kadeltshofen / 307 Ringe) und Emmi Roß (ASC Göttingen / 259 Ringe).
Paul Kiefer (TG Konz) dominierte die Jugend-Konkurrenz und holte sich mit 348 Ringen den Meistertitel. Silber ging an Julian Weise (BC Ismaning / 331 Ringe), Bronze an Bálint Zavaschi (TSV Natternberg / 330 Ringe).
Siebter Titel für Henning Lübkemann und Zentrums-Sechs entscheidet Krimi. Mit dem Compoundbogen überragte Henning Lübkemann (SV Loccum) in der Herrenklasse erneut das Feld und feierte mit beeindruckenden 415 Ringen seinen siebten Deutschen Meistertitel in Folge. Dahinter entwickelte sich ein enges Match um Silber. Pascal Schmidt (1. BSC Gießen) und Valentin Wolf (TS 1861 Bayreuth) erzielten beide 411 Ringe und wiesen mit jeweils 15 Fünfern exakt die gleiche Trefferanzahl auf. Erst die Auswertung der Zentrums-Sechser entschied über die Platzierung: Pascal Schmidt setzte sich mit 55 Sechsern hauchdünn gegen Valentin Wolf (54 Sechser) durch und holte Silber.
Bei den Compound-Damen triumphierte Titelverteidigerin Julia Böhnke (TV Meßkirch) mit 404 Ringen. Dana Leonie Dorfner (BS Pfeil Treysa /398 Ringe) holte Silber, Katharina Landrock (Treff Schimborn / 385 Ringe) sicherte sich Bronze.
Nach Platz sechs im Vorjahr konnte sich Stefan Butz (SV Hirschburg) steigern und holte sich mit 400 Ringen den deutschen Meistertitel. Platz zwei ging an Roland Pepperl (TV Spaden) mit 392 Ringen, gefolgt von Bernd Deters (SuS Schwichteler) auf dem dritten Rang (390 Ringe).
In den Blankbogen-Klassen gab es in allen Kategorien neue Titelträger. Jona Molz (Kölner Klub für Bogensport) setzte sich in der Herrenklasse mit 341 Ringen deutlich ab und sicherte sich souverän den Meistertitel. Silber ging an Michael Stumpf (Feldbogensport Elters /313). Bronze ging an Dennis von Holdt (SV Altheim-Thalheim / 303 Ringe).
In einem bis zum letzten Pfeil engen Podiumskampf triumphierte Martina Boscher (Bogenschützen Münster) bei den Damen mit 315 Ringen. Nora Kipferler (BC Keltenschanze München) folgte mit 310 Ringen auf dem Silberrang, während Jennifer Lieb (Bogensportclub Müllheim) mit nur einem Ring Rückstand (309 Ringe) Bronze gewann.
In der am stärksten besetzten Klasse, der Masterklasse, entschied ein einziger Ring über Gold. Rüdiger Schäfer (1. FC Passau) behielt mit 339 Ringen knapp die Oberhand vor Armin Raab (SF Gechingen / 338 Ringe). Tim Hubrich (BS Vaterstetten / 324 Ringe) komplettierte das Treppchen.
Jonathan Sprau (SV Bruchmühlbach) dominierte das Feld der Schülerklasse klar und gewann mit 238 Ringen vor Karl Seidl (SV Kadeltshofen / 211 Ringe) und Lorenz Ridolfo (Lindenberger Bogenschützen / 164 Ringe).
In einem packenden Jugend-Wettkampf setzte sich Silas Lutz (SG Ludwigshafen) mit 295 Ringen knapp vor Paula Imminger (Kgl. Priv. SG Weißenhorn /290 Ringe) und Rieke Auf der Landwehr (Bogenschützen Münster / 287 Ringe) durch.
Ein besonderes Highlight für die Nachwuchsschützen gab Bundessportleiter Jörg Gras vor der Siegerehrung bekannt: Alle gestarteten Schüler, Jugendlichen und Junioren erhielten eine Meisterschaftsmedaille. Zudem nutzten viele Athleten die Möglichkeit, die Leistungsnadeln und Medaillen des „Arrowheads“ zu beantragen.
Neben den sportlichen Höchstleistungen trugen die exzellente Organisation und ein engagiertes Helferteam maßgeblich zum Erfolg der Meisterschaft bei. Hauptorganisator Kai Janke (1. Vorsitzender des ausrichtenden 1. Kellinghusener Bogenclubs) hatte an beiden Wettkampftagen gemeinsam mit dem Kampfrichterteam und den vielen Helfern die Fäden fest in der Hand.
An beiden Tagen waren jeweils rund 30 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer im Dauereinsatz – sowohl aus dem Gastverein als auch aus weiteren Vereinen des Kreisverbandes. Ob Catering, Scheibenwechsel, Verpflegungsstationen oder spontane Hilfseinsätze im Gelände (wie das Freiräumen von Wegen oder das Absichern eines Wespennests) – das Organisationsteam sorgte für einen reibungslosen Ablauf.
DSB-Vizepräsident Sport Volker Kächele und Landessportleiter Bernd Sinner nahmen am ersten Wettkampftag die Siegerehrung vor. Volker Kächele lobte die optimalen Bedingungen vor Ort und dankte allen Aktiven. Am Sonntag begleitete NDSB-Präsident Lars Rothfuß das Geschehen im Gelände, wünschte allen Athleten „alle Pfeile ins Gold“ und ehrte zusammen mit Bernd Sinner die Sieger des zweiten Tages. Sonntag schaute auch Kellinghusens Bürgermeister Axel Pietsch in Begleitung seiner Frau bei der Deutschen Meisterschaft vorbei. Während eines kurzen Gang zu den Scheiben eins und zwei informierte er sich über das Feldbogenschießen und nutzte die Gelegenheit für persönliche Gespräche mit Schützen und Kampfrichtern.
Vor dem Start wurden alle Teilnehmenden vom leitenden Kampfrichter Peter Lonny ausführlich über Sicherheits- und Disziplinrichtlinien informiert – inklusive eines Hinweises auf das ab dem Sportjahr 2027 greifende Tarnkleidungsverbot (Camouflage).
Mit erstklassigen sportlichen Leistungen, toller Atmosphäre und optimalen Wettkampfbedingungen bleibt die Deutsche Meisterschaft Feldbogen in Kellinghusen sicherlich allen Beteiligten in bester Erinnerung.
Unter folgenden Link sind Fotos:
https://deutscherschtzenbund.pic-time.com/g51QqU3gjrC7S